Nachhaltige Globalisierung und der Talk von KPMG

Werfen wir einen Blick auf das Nachhaltigkeitsgespräch von KPMG, das in Berlin auf einem Solarboot stattfindet. Moderator Benedikt Herles begrüßt Anahita Thoms, eine Anwältin und Expertin für nachhaltige Lieferketten. Die zentrale Fragestellung des Gesprächs zielt darauf ab, wie die Globalisierung nachhaltiger gemacht werden kann. Thoms erklärt, ihr Engagement für Nachhaltigkeit und soziale Standards begann bereits während ihrer Arbeit im Pro Bono-Team und führte schließlich zu ihrer Rolle in der Rechtsberatung.

Herausforderungen in der Wirtschaft und das neue Lieferkettengesetz

Thoms identifiziert das kürzlich verabschiedete Lieferkettengesetz als eine der größten aktuellen Herausforderungen in der Wirtschaft im Hinblick auf Menschenrechte und Umweltbelange. Ein geeignetes Risikomanagement ist erforderlich, um sicherzustellen, dass die komplexen und langen Lieferketten nicht gegen Menschenrechte verstoßen und gleichzeitig die Umweltbelange berücksichtigt werden. Trotz der Herausforderung sind immer mehr Unternehmen daran interessiert, sich in dieser Hinsicht zu verbessern.

Voraussichtliche europäische Verordnungen und ihre Auswirkungen auf Unternehmen

Auf europäischer Ebene könnte bald ein noch strengeres Gesetz erlassen werden, das weiter geht als das deutsche Lieferkettengesetz und sich auf mehr Unternehmen auswirkt, einschließlich einer zivilrechtliche Haftung. Thoms empfiehlt den Unternehmen, sich entsprechend vorzubereiten, indem sie eine Risikoanalyse durchführen und die Komplexität ihrer Lieferketten sowie ihre damit verbundenen Risiken evaluieren.

Beratung für nachhaltige Unternehmenssteuerung

In unterschiedlichen Regionen und Sektoren verlangt die Unternehmensführung eine entsprechende Steuerungsmethodik und KPI-Monitoring entlang der gesamten Lieferkette. Aus Beraterperspektive ist es essentiell, sowohl den eigenen Geschäftsbereich als auch die direkten und indirekten Zulieferer zu beobachten. Diese Methode wird auch Kunden empfohlen, um eine effiziente und effektive Unternehmensführung zu gewährleisten.

Balance in der Umsetzung der SDGs der Vereinten Nationen

Die Implementierung der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) der Vereinten Nationen in den weltweiten Wertschöpfungsketten stellt eine große Herausforderung dar. Es gilt, eine Balance zwischen den vielfältigen und gleichermaßen wichtigen Zielen, wie Biodiversität, Kampf gegen Hunger, Menschenrechte und Umweltbelange zu finden. Um dies zu erreichen, sind sowohl Mut zur Innovation als auch zur Erprobung neuer Ansätze notwendig.

Kooperation mit NGOs als Lösungsansatz

Besonders beim Problem der Kinderarbeit beim Kobaltabbau wird betont, wie wichtig die Zusammenarbeit mit NGOs ist, die vor Ort aktiv sind und die tatsächlichen Gegebenheiten kennen. Die Stärkung lokaler Strukturen und die Zusammenarbeit mit NGOs sind essentiell. Besonders im Interview hervorgehoben wird das Engagement von Anahita Thoms, die als Anwältin, Mitglied in der Atlantikbrücke und im nationalen Komitee von UNICEF, durch ihr Engagement positive Veränderungen anstoßen will.

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Sonntag, 29. September 2019 | 354 Aufrufe