Seit Jahren liegt die Erfolgsquote bei Versicherungstransaktionen bei nur rund 50 Prozent – und ein spürbarer Fortschritt bleibt aus. Woran liegt das? Im Interview mit Jan Leiding erklärt Backcha Bahadin, Senior Managerin im Bereich Financial Services Deal Advisory bei KPMG in Deutschland, warum die Komplexität von Insurance-Deals in den vergangenen Jahren so stark zugenommen hat.

Im Gespräch beleuchten beide die drei zentralen Treiber dieser Entwicklung: steigende regulatorische Anforderungen, ein zunehmend vielfältiges Bieteruniversum und wachsende Reporting-Pflichten. Während früher Financial, Actuarial, Tax und Legal die klassischen Risikofelder waren, gehören heute auch Regulatory, Operations und IT zum Pflichtprogramm jeder Transaktion. Die Zahl der Beteiligten ist dadurch um mehr als 30 Prozent gestiegen – mit spürbaren Folgen für die Kaufpreisverhandlungen.

Backcha Bahadin ordnet außerdem ein, warum bei einer einzigen Versicherungstransaktion oft 5.000 Dokumente und mehr bereitgestellt werden und welche Rolle die zunehmende Distanz zwischen den Geschäftsmodellen von Käufer und Zielunternehmen dabei spielt. Ein weiterer Schwerpunkt: die gestiegenen Anforderungen durch Solvency II, IFRS 9 und IFRS 17. Denn IFRS-Pro-forma-Financials müssen im Rahmen einer Transaktion in wenigen Wochen abgeleitet werden – während vollständige IFRS-Conversions üblicherweise zwei bis drei Jahre dauern.

Ein Gespräch für alle, die Transaktionen in der Versicherungsbranche verstehen, vorbereiten oder begleiten.

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